Vorgeschichte

Aus Wikiwallis
Wechseln zu: Navigation, Suche
Innenraum eines neolithischen Hauses

Im Wallis, wie anderswo auch, basiert das Wissen über die vorgeschichtliche Zeit auf den oft spärlichen archäologischen Dokumenten. Die Archäologen stehen disparaten Puzzleteilen gegenüber, die sie zusammenzufügen versuchen.

Für die ältesten Perioden hängt die Datierung von den Naturwissenschaften ab – Geologie, Stratigraphie, Palynologie usw. – und von radiometrischen Methoden (Radiokohlenstoff-Methode). Datierungsprobleme sind daher recht häufig.

Die Präzision steigt, je näher die fragliche Zeit an unserer liegt, doch die Analysemethoden und die verwendeten Dokumente ergeben teils eine zeitliche Unschärfe und eine allzu schematische Darstellung, über die man nur schwer hinauskommt.

In diesem Zusammenhang sind nur die langfristigen Entwicklungen fassbar. Im Wallis drehen sich diese um zwei bedeutende Veränderungen: einerseits der Übergang von der Jäger- und Sammlergesellschaft zu einer Produktionswirtschaft mit Viehzucht und Imkerei, der sich zu Beginn des Neolithikums vollzog, sowie die ständige Besiedlung mittlerer Höhenlagen und die Nutzung aller Höhenstufen im Verlauf der Metallzeitalter.

Diese Veränderungen revolutionierten die vorgeschichtliche Gesellschaft grundlegend. Die landwirtschaftlichen Arbeiten setzen eine gewisse Sesshaftigkeit voraus, was die Entstehung der ersten permanenten oder semipermanenten Dörfer mit sich brachte. Im Übrigen erforderten die Aufteilung des bebaubaren Landes und die Aufbewahrungsstrategien einen gewissen gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Auftakt zu einer komplexeren Hierarchie, die gegen Ende des Neolithikums fassbar wird. Die beobachtete Zunahme der archäologischen Siedlungen in Europa lässt auf ein rasches Bevölkerungswachstum schliessen.

Technische Fortschritte wurden erzielt: Metallbearbeitung und Handwerk entstanden, wodurch insbesondere die Herstellung von Werkzeug und Schmuck möglich wurde; die Keramik kam auf. Der Austausch mit benachbarten Regionen wurde immer intensiver und Veränderungen in den Bräuchen machten sich in der Bevölkerung bemerkbar.

Die im Wallis vergleichsweise gut dokumentierte Vorgeschichte hat jedoch noch nicht all ihre Geheimnisse preisgegeben. Die Entdeckungen der letzten Jahre liefern weitere interessante Beiträge zum Verständnis dieser Zeit. Die Forschung geht also weiter, und der Wissensstand über diese erste Etappe der Walliser Geschichte wird regelmässig im Rahmen von Publikationen überprüft.

Bibliographie

  • Histoire du Valais, Annales valaisannes 2000-2001, Sion, 2002



In anderen Sprachen