Einige Hautflügler

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Ende August benehmen sich die Wespen so störend, dass darüber sogar in der Presse berichtet wird. Gewiss, ein warmer und trockener Sommer ist günstig für sie, aber sie sind am Ende der Saison nicht zahlreicher als am Anfang. Ihr plötzliches Erscheinen an unseren Tischen hat andere Gründe. Zu dieser Jahreszeit sind die jungen Königinnen ausgewachsen und beginnen ihr unabhängiges Leben mit der Suche eines Platzes zum Überwintern: Holzhaufen, Mauslöcher, Trockenmauern. Die Arbeiterinnen sind ihre Sorgen um die Königin und die Brut los und können sich in den letzten Lebenswochen den Gelüsten Erwachsener hingeben. Wenn sie früher Holz für den Nestbau oder Insekten zur Ernährung der Larven sammelten, interessieren sie sich nun für Süssigkeiten. Bieten Sie ihnen doch ein wenig Konfitüre am Tischrand an, dann haben Sie Ruhe! Was auch geschehen mag, regen Sie sich nicht auf!


Ein flüchtiger Blick genügt nicht, um eine Feldwespe von einer gewöhnlichen zu unterscheiden. Doch ihr im Freien erbautes Nest, befestigt an einer Mauer, an der Wand eines Chalets oder auch nur an einem Grashalm oder einem Kieselstein, lässt keine Zweifel offen, dass es jene friedliche Wespe sein muss, die in ganz kleinen Kolonien lebt. Weil sie im Freien lebt, kann ihr Jahreszyklus verfolgt werden, der bei Hummeln und Wespen, die ihre Nester in der Erde oder unter Dächern bauen, versteckt ist.Im Frühling bildet die junge Königin, kaum aus dem Winterschlaf erwacht, den Embryo der künftigen Familie. Sie trägt in sich den Samen der Männchen, die sofort nach der Befruchtung im Herbst starben. Sie wird aktiv, findet eine passende Stelle und beginnt den Bau eines Nestes, einer Reihe von Zellen, die auf einem Stiel stehen. Sie legt Eier und zieht die erste Generation ihrer Töchter auf, die, kaum geboren, der Königin helfen, den Bau zu vollenden und die nächste Generation zu ernähren. Aber bei den Feldwespen ist das Nest nie besonders gross, und die Kolonie umfasst nur einige Dutzend Individuen. Das Nest ist vielen Unglücksfällen ausgesetzt. Ich beobachtete einmal, wie Ameisen, welche die Königin nicht abwehren konnte, die erste Generation von Larven raubten. In wenigen Minuten waren die Zellen leer.

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