Einige Waldinsekten

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Welcher Gegensatz zwischen der Ruhe im Unterholz und der Betriebsamkeit auf der Lichtung, wo der geringste Sonnenstrahl Zirpkonzerte und buntes Auf- und Abfliegen auslöst!

Scheu, ...

Eine Riesenschlupfwespe legt ein Ei auf die Larve einer Riesenholzwespe.

Unter einer Laubschicht versteckt, im Humus lebend, vereinzelt auf Baumspitzen Blätter fressend, im Innern faulender Bäume wohlgeschützt Löcher bohrend, entgehen die meisten Waldinsekten der Aufmerksamkeit von Spaziergängern. Raupen, die Eichenlaub verzehren, zirpen nicht wie Grillen: sie machen sich weit prosaischer bemerkbar, indem sie einen Regen aus Kot von den Blättern fallen lassen oder Seidenfäden spannen, wenn sie zu Boden gleiten, um sich zu verpuppen. Den Lärchenwicklern kommt ein zweifelhafter Ruhm zu durch die Farbe, die sie den angegriffenen Lärchen aufprägen. Borkenkäfer und Buchdrucker erhellen das Unterholz nicht wie die Schmetterlingshafte eine Wiese, aber sie häufen sich an in den Borkenkäferfallen. Es kann vorkommen, dass ein unschuldiger Grosser Heldbock inmitten von Menschen beim Waldpicknick Panik auslöst; es kann vorkommen, dass man die imposanten gelb-schwarzen Riesenholzwespen bewundern kann, die dank eines riesigen Legestachels ihre Eier tief in morschem Holz versenken, doch will man das Labyrinth der Frassspuren ihrer Larven im Holz sehen, muss man entweder die Rinde abreissen oder den Stamm zersägen. Die Blattkäfer, kleine, blau oder grün schimmernde Käfer, welche die grossen Blätter der Pestwurz durchlöchern, gehören zu den am häufigsten gesehenen und wahrscheinlich bekanntesten Waldinsekten. Die seltenen Waldschmetterlinge, Gelbringfalter und Waldbrettspiel, werden allgemein kaum beachtet.

...aber zahlreich

Die Kamelhalsfliege.

Der Pflanzenreichtum des Waldes ernährt eine viel grössere Tierwelt als die Wiesen. Den wenigen Insektenfressern auf den Wiesen, Braunkehlchen, Lerche, Pieper, entspricht im Wald eine grosse Vogelschar, Spechte und Meisen, Grasmücken und Laubsänger, Goldhähnchen und Fliegenschnäpper. Die Gestalt der Vögel, die vielen Arten und die grossen Bestände beweisen den entomologischen Reichtum des Waldes.

Abgesehen von den Waldameisen mit ihren unzähligen Kolonien, sind die räuberischen Insekten oft besser zu sehen als ihre pflanzenfressenden Beuteopfer. Etwa die schwarze, langhalsige Kamelhalsfliege, die Blattläuse und andere kleine Insekten frisst. Sodann die elegante Riesenschlupfwespe, die durch ein bis zwei Zentimeter dickes Holz Riesenholzwespen-Larven zu entdecken vermag, um in ihnen mit Hilfe des langen und zerbrechlichen Legestachels ein Ei abzulegen.

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