Erwachen der Schläfer

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Die Mauereidechse drückt sich flach auf die von einer dürftigen Sonne erwärmten Steine. Man kann sie nicht verwechseln, ist es doch die einzige Echse, die schon aktiv ist, wenn die Reben geschnitten werden. Es ist die einzige, die man jeden Monat des Jahres sehen kann, wenn nur der Föhn ein wenig bläst. Ihr kleiner Körper kann sich erwärmen, auch wenn die Lufttemperatur unter 1 °C liegt. Oberhalb von Randa erreicht sie den europäischen Höhenrekord mit 2100 bis 2300 m. ü M.

In guten Biotopen zählt man bis zu 500 Individuen pro ha: zahlreiche Räuber leben davon, sogar ihre Kusinen, die Vipern,die Äskulapnattern und die Glattnattern. Die häufigste unserer Echsen begnügt sich mit wenigem, sucht vergleichsweise kahle Räume auf und bewohnt auch vom Menschen bearbeitete Gebiete bis in Rebhänge und Dörfer hinein. Sie aber meidet Mauern, deren Fuss asphaltiert ist, zieht von Brombeergestrüpp bewachsenes Gelände, Schuttkegel und andere Geröllhaufen vor, wo sie Schutz findet.

In den sonnenbeschienenen Wiesen haben die Feldgrillen ihre letzte Häutung vollzogen. Mit ihren Musikinstrumenten ausgerüstet, erfüllen sie den Raum mit ihren Melodien. Was wäre das Leben der zuerst eintreffenden insektenfressenden Zugvögel ohne diese frühen Insekten! Die ersten Insekten sind vornehmlich solche, die im Stadium Erwachsener oder fortgeschrittener Larven überwintern. Das erklärt auch das frühe Erscheinen der Edelfalter in den ersten schönen Tagen des März: Kleiner Fuchs, C-Falter und Tagpfauenauge. Zu der Jahreszeit bieten nur die Weidenkätzchen ihren Pollen diesen ersten Frühlingsboten an: ihretund der Bienen wegen verbietet das Gesetz das Pflücken der gelben Zweige.

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