Für oder gegen die Jagd... das ist nicht die Frage

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Für oder gegen die Jagd...

Auf der Jagd.

Der Jagdmonat September weckt Bilder von gross gewachsenem Wild. Fünf grosse Tiere (Reh, Hirsch, Gemse, Steinbock und Wildschwein) interessieren die Schützen in erster Linie. Zusammen mit Enten, Hasen, Murmeltieren, Luchs und Fuchs bilden diese wenigen Arten in den Augen vieler Leute den Hauptbestand unserer Fauna.

Wenn die Jagddarstellungen vielen Liebhabern der Natur Sorgen bereiten, so war es in Wirklichkeit das Zusammenwirken von Raubbau an Wäldern, gewaltsamer Ausbreitung der Landwirtschaft und übertriebener Bejagung, was unsere grosse Alpenfauna im 19. Jahrhundert dezimiert hat. Seither gelang es mittels Waldschutz, rückläufiger Landwirtschaft und kluger Jagdführung wieder bedeutende Bestände zu schaffen, ausgehend von Restpopulationen oder dank Wiedereinsetzungen. Damit wurde das Wild wieder so zahlreich, dass es sowohl den Luchs als auch den Wolf ertragen würde, wenn die St. Hubertus-Jünger diese Raubtiere dulden würden. Der fortschreitende Wiederaufbau unserer Fauna scheint allerdings an neue Grenzen zu stossen, die durch die Bodennutzung gegeben sind: Bergtourismus, Bewirtschaftung und Verstädterung der Ebene, Walderschliessungen. Die Programme zum Schutz des Braunbären in Italien und Österreich werden die Bedingungen für eine mögliche, in ferner Zukunft liegende Aussetzung bei uns bestimmen: Toleranz, Raum, Ruhe, Nahrung.

...das ist nicht die Frage

Im Einklang mit der frühzeitigen Brunft wächst das Geweih der Rehe während des Winters. Je nach den winterlichen Bedingungen ergeben sich Grössenunterschiede. Indem er sein Geweih reibt, um es vom Bast zu befreien, kennzeichnet der Rehbock mit Hilfe seiner Stirndrüsen das Territorium und - schält die jungen Bäume.
Dieses äusserst gutausgerüstete Reh weist die charaktetistischen Merkmale des sibirischen Rehs auf, das grösser ist als unseres und dessen Geweih gespreizt ist. Handelt es sich hier um eine geheime Einfuhr mit dem Ziel, die Qualität det Walliser Trophäen an Wettbewerben zu verbessern?

Der Erfolg der Massnahmen zum Schutz der grossgewachsenen Fauna lässt den Gedanken aufkommen, es gehe der Natur gut und der Artenschutz gegen übertriebene Bejagung oder Vernichtung von Jungtieren genüge. Jene, die nur das Jagdwild kennen, meinen sogar, es gehe der Natur zu gut, wenn doch gewisse Raubtiere, der Entwicklung der Beutetiere folgend, ihren Bestand vermehren.In Wirklichkeit hat die Errichtung von Banngebieten (Eidgenössische Freiberge, Kantonale Jagdschutzgebiete) Früchte getragen, weil das Forstgesetz parallel dazu die Bildung von Biotopen förderte. Die eindrückliche Wiederkehr der grossgewachsenen Fauna in Wäldern und Gebirgen hat lange Zeit die Zerstörung der Lebensbedingungen der kleingewachsenen Fauna in Kultur- und Wohnzonen verdunkelt. Für Amphibien, Fledermäuse und Feldvögel haben der Schutz vor der Zerstörung der Nester, Jagd und Fang den dramatischen Rückgang der Populationen nicht aufhalten können, als diese nämlich ihre Biotope verloren: Sümpfe, Wiesen, Baumgärten usw.

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