Wespenbussard

Aus Wikiwallis
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wiki-D Fauna p051-100-image - 0018-1.jpg
Wiki-D Fauna p051-100-image - 0018-2.jpg
Langer Schwanz, schmale Flügel und kleiner Kopf, lassen einen Wespenbussard erahnen. Wenn er sich in die Kurve legt, hält der Wespenbussard die Flügel unter der Horizontalen. Der plumpere Mäusebussard trägt beim Segeln die Flügel in breiter V-Stellung.

Ab Mitte April ist der leichte, elegante Wespenbussard zurückgekehrt. Er ist dem Mäusebussard sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch den längeren, dreifach quergestreiften Schwanz, die schmaleren Flügel und den melodischen Ruf, ein moduliertes pülhüü, welches den Mäusebussard mit seinem traurigen Miauen vor Neid erblassen lässt. Wenig darauf bedacht, seine Anwesenheit durch wellenförmigen Segelflug anzuzeigen wie ein Adler oder ein Mäusebussard, schwingt sich der Wespenbussard zuerst himmelwärts auf. Auf dem höchsten Punkt schliesst er die Flügel klatschend über dem Rücken, als sei er stolz auf seine Leistung. Dann lässt er sich fallen, nimmt neuen Anlauf und wiederholt seine Beifallsübung. Dieser aussergewöhnliche Flug dient der Markierung des Territoriums. Die Botschaft ist sowohl an die Nachbarn als auch an gelegentlich zahlreich vorbeiziehende fremde Wespenbussarde gerichtet. Eine solche Parade beansprucht mehrere hundert Meter Raum und kann dutzendfach sich folgend wiederholt werden. Spät aus Afrika eintreffend, Ende April oder anfangs Mai, wenn die Mäusebussarde schon Junge aufziehen, ist dieser Insektenfresser bereits gepaart und nistet sogleich. Die wenigen Horste, die bis jetzt im Wallis gefunden wurden, liegen alle unterhalb 1000 m, obwohl sich die lärmigen Familien oft über der Waldgrenze aufhalten.

Der Wespenbussard hinterlässt auf den Wiesen deutliche Spuren: um zur Brut einer Wespen- oder Hummelkolonie zu gelangen, gräbt er Löcher von 10 bis 20 cm auf 30 cm, die man leicht erkennt an den in nächster Umgebung liegenden Fetzen von Waben.

Dieser Insektenfresser hat im Wallis die grössten aller Populationen in der Schweiz. Die Veränderungen in der Landwirtschaft, die insektenfeindlich sind, verkleinerten jedoch die verfügbaren Lebensräume. Jetzt sind es die Sonnenhänge über den Reben und die unteren Regionen der Seitentäler, auf denen er seine Portionen Kost findet. Doch das schliesst nicht aus, dass er sich gelegentlich in die Ebene wagt und sich beispielsweise auf dem Schloss von Tourbillon zeigt.

Siehe auch